Genetische Untersuchungen der beiden wiederangesiedelten Luchspopulationen in der Schweiz

 

 

 

 

 

In den 1970er Jahren wurde der Luchs in der Schweiz in den Alpen und im Jura wiederangesiedelt. Weitere Freilassungen folgten in Slowenien, Österreich und Italien. Die Tiere stammten aus den slowakischen Karpaten. Die Anzahl freigelassener Tiere war überall gering, in den Schweizer Alpen und im Jura waren es offiziell je 4 Tiere. Zusätzliche Freilassungen erhöhten diese Zahl auf 14-16 für die Alpen und 8-10 für den Jura. Nach einer Populationsgründung und einer anfänglich raschen Ausdehnung des besiedelten Gebietes ging die Ausbreitung ab Mitte der 1980er Jahre nicht mehr weiter.

 

 

 

 

 

Das Luchs-Genetik Projekt untersucht rund 30 Jahre nach den ersten Freilassungen folgende Fragestellungen :

 

 

 

 

 

  • Vergleich der genetischen Variabilität der beiden wiederangesiedelten Populationen in der Schweiz mit jener der Spenderpopulation in der Slowakei und anderer autochthoner Populationen Europas (Fennoskandien, Baltikum, Karpathen): Wie gross war der Einfluss des Flaschenhalses in den 1970er Jahren auf die genetische Variabilität von heute?

  • Vergleich der genetischen Struktur der beiden wiederangesiedelten Populationen der Schweiz (Alpen und Jura): Können die beiden Populationen heute genetisch differenziert werden? Gibt es einen Austausch zwischen Jura und Alpen?

 

 

 

 

 

Zur Beantwortung dieser Fragen wird die Variabilität von Mikrosatelliten analysiert. Über 200 Typ II Loci der Hauskatze stehen heute zur Verfügung. Eine erste Auswahl hat sich auch beim Luchs als geeignet erwiesen.

 

Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds für die Wissenschaftliche Forschung (Marie Heim-Vögtli Stiftung; Projekt-Nr. 3234-058427.99/1 und 3100-058966.99/1) finanziert. Die Untersuchungen werden am Institut für Tierzucht (Direktor Prof. Dr. C. Gaillard) an der veterinär-medizinischen Fakultät der Universität Bern von Dr. Gabriela Obexer-Ruff und Dr. Christine Breitenmoser-Würsten durchgeführt.

 

 

 

 

     
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Text: Christine Breitenmoser-Würsten