Situation in der Schweiz |
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In prähistorischer Zeit besiedelte der Braunbär das ganze Land. Bereits um das Jahr 1500 war er aber nahezu aus dem gesamten, damals schon durchgehend besiedelten und weitgehend entwaldeten Mittelland verschwunden. Zwischen 1800 und 1850 wurden die letzten Bären der Nordalpen erlegt. Auch die Jurapopulation verschwand in dieser Zeit. Länger überlebte die Art in den Bündner und den Tessiner Alpen. Das Aufkommen handlicherer und genauerer Gewehre liess hier die Zahl der Bärenabschüsse nochmals hochschnellen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Art bloss noch in südöstlichen Teil der Schweiz - Unterengadin, dem Val Müstair und dem Val dal Spöl - zugegen. 1904 erfolgte der letzte Abschuss auf Schweizer Gebiet erlegt, 1923 die letzte Sichtbeobachtung. |
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![]() Jägergruppe mit dem 1893 von Gaspare Ciocco im Misox erlegten Bären |
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Schon bald nach der Ausrottung des Braunbären begann die Diskussion über die Wünschbarkeit seiner Rückkehr in die Schweiz. Potenziell geeignete Habitate bilden Teile der Tessiner und Bündner Alpen in Verbindung mit waldreichen und naturnahen Alpengebieten Italiens. Eine künstliche Wiederansiedlung steht jedoch nicht zur Diskussion. Hingegen ist ein entsprechendes Projekt im Gebiet des italienischen Nationalparks Adamello-Brenta im Trentino in Gang. Das Brenta-Massiv ist der Lebensraum der letzten ursprünglichen Alpenbären. Der ansässige Bestand stand kurz vor dem Erlöschen, Jungbären gab es zuletzt Ende der achtziger Jahre. Ohne Aufstockung hätte das Vorkommen keine Überlebenschance. 1999 erfolgte die Aussetzung eines drei bis fünfjährigen Bärenmännchens sowie einer etwa gleichaltrigen Bärin aus Slowenien. Die Tiere wurden mit einem Halsbandsender ausgerüstet, der eine jederzeitige Ortung im Gelände mittels Peilgeräten ermöglicht. Sie leben seither unauffällig und blieben in der weiteren Umgebung des Freilassungsorts. Die Streifgebiete lagen bisher bei 50 bis 60 km2. |
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![]() Aktuelle Verbreitung des Braunbären in den Alpen Grössere Karte |
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Weitere Aussetzungen sind geplant. Das Ziel des Projekts ist der Wiederaufbau einer vitalen Population von etwa 40 Bären in den südlichen Zentralalpen. Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass taugliche Habitate durchaus noch zur Verfügung stehen. Der Raum zwischen dem Trentino und den Bündner Alpen ist durchgehend gebirgig, waldreich und naturnah. Es ist deshalb denkbar, dass einzelne Bären aus diesem Gebiet mittelfristig auch in der Schweiz auftauchen werden. |
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Copyright © KORA 2000 Text: Kuno von Wattenwyl, Hansjakob Baumgartner |
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