Ernährung

 

Drei Viertel des Nahrungsbedarfs wird mit pflanzlicher Kost gedeckt. Das Fressverhalten ändert sich im Lauf des Jahres. Wenn der Bär im Frühling das Winterlager verlässt, muss sein Verdauungsapparat erst wieder an die Nahrungsaufnahme gewöhnt werden. In dieser Zeit frisst er vor allem Gräser, Wurzeln und Kräuter (zum Beispiel Bärlauch). Auch Aas ist jetzt willkommen. Der sprichwörtlichen Bärenhunger erwacht aber erst im Spätsommer, wenn es gilt, den Winterspeck anzufressen. Bären fressen dann vor allem Beeren, Baumfrüchte wie Eicheln, Bucheckern oder Kastanien und Honig. Als Jäger von Wildtieren machen sich Bären kaum bemerkbar. Einzig skandinavische und nordamerikanische Bären erbeuten regelmässig Wildtiere. Eine wichtige Quelle tierischer Proteine bilden Insekten.

   

Die Winterruhe des Braunbären ist ein Phänomen. Die Tiere nehmen in dieser Zeit keine Nahrung auf und trinken nichts. Sie leben von den Fettreserven. Bärenmütter versorgen dabei auch noch die Jungen mit ihrer fettreichen Milch. Weder Kot noch Urin werden ausgeschieden. Der Organismus kann den im Körper entstehenden Harnstoff recyclieren. Die Winterruhe ist in nördlichen Gebieten stärker ausgeprägt als in südlichen. Wo die Winter mild sind, können Bären ihr Lager auch kurzfristig verlassen.

   
     
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Text: Kuno von Wattenwyl, Hansjakob Baumgartner