Mensch und Luchs

 

Als Erbeuter von Gämsen und Rehen ist der Luchs ein Konkurrent der Jäger. Manchmal reisst er auch Haustiere, vor allem Schafe, und zieht dadurch den Ärger ihrer Halter auf sich.

Solche Übergriffe haben in den letzten Jahren in einigen Gebieten der Schweizer Alpen und dem französischen Jura zugenommen. Sie scheinen an eine Hochphase der Luchspopulation gekoppelt zu sein und beschränken sich fast ausschliesslich auf Weiden im Bereich der Wälder. Schafe, welche oberhalb der Waldgrenze gesömmert werden, sind vor dem Luchs weitgehend sicher.

 

Foto: Ch. Angst Pyrenäenhund zum Schutz einer Schafherde

 

   

Eine sehr effiziente Massnahme zur Verhütung von Luchsangriffen ist die Bewachung der Schafe durch Hirt und Hunde. Sie gilt aber als unzumutbar für den Halter, da zu aufwändig. Im Rahmen eines KORA-Forschungsprojekts werden andere Methoden entwickelt und getestet. Nach bereits erfolgten Luchsangriffen haben sich Signallampen bei den betroffenen Herden bewährt. Allerdings sollten solche Lampen wegen Gewöhnungsgefahr nicht präventiv aufgestellt werden.

Eine Patentlösung gibt es nicht. Eine ganze Palette von Einzelmassnahmen, die von Fall zu Fall eingesetzt werden können, ist die beste Strategie. Der Massnahmenkatalog muss auch den Verzicht auf Beweidung besonders exponierter Weiden einschliessen. Luchse die sich ausschliesslich von Schafen ernähren, sind selten. Solche Spezialisten dürfen mit Einwilligung des BUWAL abgeschossen werden.

Wird ein Luchs nicht in die Enge getrieben, greift er keine Menschen an. Begegnungen in freier Wildbahn sind deshalb völlig ungefährlich.

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Text: Kuno von Wattenwyl, Hansjakob Baumgartner