Sozialstruktur

 

Wölfe jagen auch Tiere, die wesentlich grösser sind als sie selbst. Einzeln sind sie ihnen unterlegen, nicht aber im Rudel. Darin liegt der Ursprung des hochentwickelten Sozialverhaltens: Die gemeinsame Jagd bedingt koordiniertes Handeln und klare Regeln des Zusammenlebens. Wolfsrudel sind Grossfamilien. Im Zentrum steht das Alpha-Paar. Auf der untersten Stufe der Hierarchie sind andererseits die einjährigen Wölfe und die Welpen. Nur das Alpha-Paar pflanzt sich fort. Mehr als einen Wurf grosszuziehen, würde das Rudel überfordern. Es kommt vor, dass die Leitwölfin auch mit einem Beta-Rüden kopuliert - dies allerdings erst, wenn das Alpha-Männchen den Nachwuchs bereits gezeugt hat. So bindet die Wölfin mehr als einen 'Vater' an ihre Welpen, was für diese durchaus von Vorteil sein kann.

 

Foto: Ch. Promberger, click to see lager version

 

Die Grösse eines Rudels hängt vor allem vom Angebot an Beutetieren ab. Überschüssige Jungwölfe müssen abwandern.

Wolfsrudel leben in Territorien, welche sie gegen andere Rudel verteidigen. Die Grösse der Territorien ist abhängig vom Nahrungsangebot. In den polnischen Karpaten schwankt sie zwischen 100 und 300 km², in Italien zwischen 200 und 400 km². Bis 3'000 km² gross sind die Rudelterritorien auf der Insel Ellesmere in Nordkanada.

 

 

 

 

 

 

 

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Text: Kuno von Wattenwyl, Hansjakob Baumgartner