Neuenburger Jura: Neun Schafe vom Luchs gerissen             

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Am 8. Juli tötete ein Luchs in der Gemeinde Chézard-Saint-Martin (NE) in einer Nacht 7 Schafe und verletzte eines am Hals. Am 13. Juli suchte der Luchs die Herde erneut auf und riss ein Schaf. Eine vom Wildhüter an einem dieser Schafe aufgestellte Fotofalle konnte den Luchs fotografieren. Der Luchs ist bereits aus einem früheren Fotofalleneinsatz an einem gerissenen Reh bekannt: Im März 2004 konnte er so im Val de Travers fotografiert werden.

Dass während einer Attacke mehrere Schafe von einem Luchs gerissen werden ist sehr aussergewöhnlich. Normalerweise erbeutet ein Luchs nur ein Tier und frisst dieses bis auf die Knochen, das Fell und die Eingeweide vollständig auf. Weshalb das fragliche Tier sich nicht arttypisch verhält, ist nicht bekannt. Es gab in der Vergangenheit nur sehr wenige vergleichbare Fälle. Der Letzte ereignete sich 2001/2002 im Clos-du-Doubs im Kanton Jura. Dort hatte ein Luchs wiederholt mehrere Tiere pro Nacht getötet. Der Täter wurde am 21. März 2002 vom zuständigen Wildhüter geschossen. Die Autopsie des Luchses ergab, dass bereits mehrmals mit Schrot auf ihn geschossen worden war. Er war dadurch wahrscheinlich in der Jagd auf Wildtiere eingeschränkt, weshalb er sich ausschliesslich von Schafen ernährte.

Im aktuellen Fall im Kanton Neuenburg hat der Wildhüter als abschreckende Massnahme Blinklampen auf der Weide aufgestellt, die den Luchs davon abhalten sollen, erneut in die Herde zurückzukehren. Zusätzlich verbringen die Schafe die nächsten Nächte in einem auf der Weide gelegenen Stall.

Die aktuelle Schadenstatistik finden Sie hier

 

Photo: Jean-Pierre Flück / KORA

Der Luchses kehrt an eines der gerissenen Schafe zurück. 
(Photo: Jean-Pierre Flück / KORA)

 

 

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Text:
Hansjakob Baumgartner