Thurgauer Jungluchs rennt in Auto – schwer verletzt verhungert er


Der anfangs Monat im thurgauischen Tägerwilen aufgefundene Luchs ist vermutlich an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben.

Der Luchs war am vergangenen 1. April tot am Rande des Tägerwiler Waldes aufgefunden worden. Es handelte sich um den ersten Fund eines toten Luchses im Kanton Thurgau seit Beginn des Projekts Luchsumsiedlung Nordostschweiz «Luno» im Jahr 2001. Zur Abklärung der Todesursache wurde er ins Institut für Tierpathologie der Universität Bern verbracht. Es handelt sich wie vermutet um einen im vergangenen Jahr geborenen, männlichen Luchs. Weil das Tier wegen eines Oberschenkel- und eines Kieferbruchs nicht mehr fressen konnte, verhungerte es, wie die Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung am Montag mitteilte.

 

Schwere Verletzungen im Kieferbereich

Bei der Sektion des Tieres wurde ein Oberschenkel- und ein Kieferbruch festgestellt. Diese Verletzungen wiesen auf einen Aufprall mit grosser Energie hin, bei dem auch mehrere Zähne ausgebrochen wurden. Die wahrscheinlichste Ursache dieser Verletzungen dürfte ein Zusammenprall mit einem Auto gewesen sein. Vollständig ausgeschlossen werden kann hingegen eine Verletzung durch Kugel- oder Schrotschüsse. Die schweren Verletzungen vor allem im Kieferbereich haben letztlich zum Tod durch Verhungern geführt.

Nach wie vor nicht geklärt ist die Herkunft des Jungluchses. Am wahrscheinlichsten ist, dass er aus der Luchspopulation im Tössstock-Gebiet stammt. Mit genetischen Analysen wird nun versucht, die Eltern des Tieres zu identifizieren.

Quelle: wwww.thurgauerzeitung.ch

 

 

 

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27.04.2009 11:45:00