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Die aktuelle Situation der Wildkatze im Gebiet Bucheggberg

Mit Fotofallen, Lockstäben und GPS-Sendehalsbändern wird seit 2019 das Gebiet Bucheggberg (SO/BE) auf Wildkatzen untersucht. Die Resultate der jährlichen Erhebungen bestätigen die Vermutung: In diesem Gebiet kommen zudem vergleichsweise viele Hybride vor.

Die Erhebung im Referenzgebiet Bucheggberg

Im Jahr 2019 untersuchte die Stiftung KORA das Gebiet mittels einer engmaschigen Fotofallen-Untersuchung erstmals, seither wird die Fotofallenerhebung jährlich mit den gleichen 35 Fotofallen-Standorten und ergänzender genetischer Untersuchung der parallel gesammelten Haarproben wiederholt. Bereits im Jahr 2019 fiel da das gehäufte Auftreten von Katzen auf, welche gleichzeitig äusserliche Merkmale von Wild- und von Hauskatzen aufwiesen und sich deshalb ohne genetische Probe nicht eindeutig zuordnen liessen. Dieses Phänomen war vom Jura nicht bekannt und liess den Verdacht für ein vermehrtes Aufkommen von Hybridkatzen aufkommen. Daraufhin wiederholten wir die Erhebung jährlich mit dem Ziel, die Verbreitung der Wildkatze zu beobachten und zu verfolgen, wie sich das Verhältnis zwischen Wild- und Hauskatze entwickelt.

Das Untersuchungsdesign

Vom 1.3. bis zum 29.4.2022 waren die Fotofallen bei der vorliegenden Erhebung in Betrieb. Bei jeder Fotofalle war auch je ein Lockstab aufgestellt, mittels welchen wir Haarproben für genetische Analysen sammelten. Die Erhebung wurde im Winter 2022 erstmals ergänzt durch Fänge, welche in Zusammenarbeit mit dem FIWI (Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit, Universität Bern) durchgeführt werden konnten. Mittels Kastenfallen konnten so eine Wildkatze und zwei Hybridindividuen gefangen, vermessen, gewogen, gechippt, fotografiert und sendermarkiert werden. Dazu wurden Proben zu medizinischen Zwecken genommen, beispielsweise von Blut und Haar, und die Tiere wurden mit einem GPS-Senderhalsband ausgestattet.


Wildkatzenkater LENNY konnte am 06.01.2022 sendermarkiert werden. Sein Halsband lieferte Daten bis zum 17.12.2022. ©KORA

Zu den Resultaten

Die Erhebung zeigt, dass im Gebiet Bucheggberg Wildkatzen, Hauskatzen und Hybride dauerhaft leben. Während den letzten Jahren blieb die Anzahl der fotografierten Individuen konstant. Die Intogressionsrate ist im Gebiet ziemlich hoch: Konkret heisst das, es konnten mindestens dreimal so viele Hybride wie Wildkatzen genetisch nachgewiesen werden. Zudem erstaunt der Bucheggberg auch dahingehend, dass Haus- und Wildkatzen das Territorium auch teilen. Auch das ist bisher aus dem Jura so nicht bekannt. Allein das Vorkommen bedeutet jedoch noch nicht die Vermischung der beiden Arten. Dies ist noch nicht klar erforscht und Ziel weiterer Erhebungen.   
        
Zum Projekt

Dieser Zwischenbericht wurde im Rahmen unseres Wildkatzenprojekts «Erhaltung der Wildkatze in der Schweiz und in Europa» erfasst, welches noch bis Ende diesen Jahres läuft. Ein anderes Untersuchungsgebiet, in dem wir die weitere Besiedlung von Wildkatzen in der Schweiz überprüft haben, liegt im Waadtländer und freiburgischen Mittelland und der Bericht wurde im April 2023 publiziert.

Zum Zwischenbericht

Bestimmungshilfe zur Unterscheidung von Haus- und Wildkatze