Erste doppelte Reproduktion in der Schweiz nachgewiesen
Im Jahr 2025 wurde im Wallis erstmals in der Schweiz eine doppelte Reproduktion bei Wölfen nachgewiesen. Genetische Analysen konnten bestätigen, dass sich innerhalb desselben Rudels sowohl die Leitfähe F43 als auch deren Tochter mit demselben Männchen fortgepflanzt haben.
Beim Wolf erfolgt die Fortpflanzung in der Regel durch ein einzelnes Paar innerhalb des Rudels. Es kommt jedoch vereinzelt vor, dass sich zwei Fähen im selben Jahr innerhalb derselben Gruppe fortpflanzen: Man spricht in diesem Fall von einer «doppelten Reproduktion». Dieses Phänomen ist bei Wölfen bekannt und in verschiedenen Regionen dokumentiert, unter anderem in Europa und Nordamerika.
Die beobachteten Konstellationen können variieren: So können sich beispielsweise eine Mutter und ihre Tochter gleichzeitig fortpflanzen, entweder mit demselben Rüden oder mit unterschiedlichen Rüden. Auch weitere Konstellationen sind möglich. Dadurch kann es vorübergehend mehrere reproduzierende adulte Tiere innerhalb desselben Rudels geben.
In der Schweiz wurde dieser erste Fall einer doppelten Reproduktion 2025 im Chablais-Rudel nachgewiesen. Nachdem der reproduzierende Rüde M88 im Januar 2024 legal erlegt worden war, konnte in diesem Jahr keine Reproduktion festgestellt werden. Im Sommer 2025 zeigte das kantonale Monitoring erneut eine Reproduktion mit acht Welpen. Dank der genetischen Analyse von im Feld gesammelten Proben sowie der genetischen Identifizierung mehrerer Rudelmitglieder, die während der proaktiven Regulierung 2025–2026 entnommen wurden – darunter auch Welpen – und anschliessender Verwandtschaftsanalysen konnte nachgewiesen werden, dass sich ein neues Männchen sowohl mit F43, dem reproduzierenden Weibchen dieses Rudels seit 2019, als auch mit einer Tochter dieses Weibchens fortgepflanzt hatte.
© Charly Gurt 


