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Kanton Graubünden: Bilanz der Wolfspräsenz und -regulation im Jahr 2025

Im Kanton Graubünden blieb die Anzahl Wolfsrudel im Jahr 2025 mit 11,5 Rudeln gegenüber dem Vorjahr stabil. Gleichzeitig registrierte das Amt für Jagd und Fischerei mit einer Gesamtzahl von 217 Nutztierrissen ähnlich viele Risse wie im Vorjahr. Im Hinblick auf die Weideperiode 2026 wurden vom 1. September 2025 bis 31. Januar 2026 35 Wölfe proaktiv erlegt.

Medienmitteilung Standeskanzlei des Kantons Graubünden, 24.03.2026: 

Im vergangenen Jahr blieb die Anzahl der Wolfsrudel im Kanton Graubünden mit 11,5 Rudeln im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die im Jahr 2025 bestätigten 11,5 Wolfsrudel berücksichtigen auch grenzüberschreitende Rudel, die anteilsmässig als halbe Rudel eingerechnet werden. Neu gebildet haben sich die Rudel Seta, Agnas, Sinestra und Frisal (vgl. Beilage). Die Zahl der bestätigten Nutztierrisse im Kanton lag mit 217 Tieren fast auf demselben Niveau wie 2024, als 213 Risse gezählt wurden. Die überwiegende Mehrheit der bestätigten Nutztierrisse betraf wie in den Vorjahren Schafe und Ziegen (97,7 %). Bei Rindern und Pferdeartigen blieb die Zahl der Risse mit fünf Fällen (2,3 %) konstant.

Punktuell wurden im Jahr 2025 Beobachtungen von Verhaltensauffälligkeiten bei Wölfen registriert. Insgesamt blieb die Präsenz von Wölfen in Siedlungsnähe, gemessen an der Zahl und Verbreitung auffälliger Beobachtungen, geringer als in den Vorjahren. Dies dürfte einerseits auf die milden Witterungsverhältnisse zurückzuführen sein, andererseits möglicherweise auf die in den Herbstmonaten 2024 und 2025 vorgenommenen Regulationsabschüsse. Der genaue Einfluss der Regulation wird jedoch erst mit zunehmender Erfahrung und weiteren Beobachtungen belastbarer beurteilbar sein.

Qualitativ gute Ergebnisse der Regulation
Die mittlerweile vorliegenden DNA-Analysen der im Herbst/Winter 2025 erlegten Wölfe zeigen eine im Vergleich zum Vorjahr geringere Zahl an Fehlabschüssen. Auch die Zahl der erlegten, rudelfremden Individuen fiel mit zwei Tieren tiefer aus. Dieser Wert hängt jedoch primär von der lokalen Wolfssituation ab und lässt sich nur begrenzt beeinflussen.

Die Ergebnisse belegen zudem, dass im zur Entnahme freigegebenen Rudel Sinestra das Leitweibchen sowie in den Rudeln ebenfalls zur Entnahme freigegebenen Rudeln Moesola und Muchetta die Leitmännchen erlegt wurden. «Solche Eingriffe können zur Auflösung oder Verdrängung eines Rudels oder zu einer Neuverpaarung des verbleibenden Elterntiers führen», sagt Adrian Arquint, Co-Leiter des Amts für Jagd und Fischerei. «Wie sich die Situation in diesen Gebieten entwickelt, wird das laufende Monitoring in den kommenden Monaten zeigen.»

Weitere Informationen zum Wolfsbestand sowie zur Umsetzung der Regulation sind in der Beilage «Faktenblatt Wolfspräsenz und Wolfsregulation 2025 /2026» verfügbar.

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