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Kanton Wallis: Herdenschutz - Sömmerung 2023: kantonale Neuheit und öffentliche Gelder

Die Sömmerungssaison 2023 beginnt mit einer Neuheit: Der Kanton entwickelt ein Protokoll zur Prüfung und Legitimierung von Herdenschutzhunden (HSH), als Ergänzung zum offiziellen Weg über die Agridea. Ausserdem investieren der Staat Wallis und der Bund zusammen 2,78 Millionen Franken in Herdenschutzmassnahmen.

Medienmitteilung, Dienststelle für Landwirtschaft, Kanton Wallis, 15.06.2023:

Im Wallis gibt es derzeit 57 offizielle Herdenschutzhunde (HSH). Das bedeutet, dass sie die von Agridea organisierten Eignungstests bestanden haben. Sie werden daher als Schutzmassnahme betrachtet und beim Abschussentscheid im Falle eines Wolfsangriffs berücksichtigt. Angesichts der exponentiellen Zunahme der Wolfspopulation in der Schweiz kann Agridea jedoch der Nachfrage nach Herdenschutzhunden im ganzen Land nicht mehr nachkommen. Um den Mangel an offiziell vom Bund anerkannten Hunden zu beheben, hat der Staat Wallis beschlossen, ein eigenes Prüfungs- und Legitimierungsprogramm zu entwickeln.

Mit dieser Aufgabe wurde Arcadia, die Schweizerische Vereinigung zur Erhaltung der Weidewirtschaft, betraut, die eine Ausbildung für Hunde sowie Züchterinnen und Züchter ausgearbeitet hat. 43 Hunde verschiedener Rassen (Bernhardiner, Kangal, Transmontano usw.) haben die Prüfungen erfolgreich bestanden und können die Herden in diesem Sommer auf die Alpen begleiten. Das neue Konzept weckt das Interesse anderer Kantone, und derzeit laufen Gespräche mit dem Bundesamt für Umwelt, damit es die Ausbildung noch in diesem Jahr anerkennt und die HSH Wallis ab sofort in die interaktive Schweizer Herdenschutzhunde-Karte, die sich vor allem an Spaziergänger richtet, aufnimmt.

Auf kantonaler Ebene werden noch weitere Massnahmen ergriffen, um das Zusammenleben der verschiedenen Interessengruppen im Berggebiet zu fördern. Auf der einen Seite müssen die Landwirtinnen und Landwirte die notwendigen Sicherheits- und Informationsmassnahmen ergreifen (Schilder, Zäune, Umleitungen). Auf der anderen Seite müssen Spaziergänger und Biker die landwirtschaftliche Tätigkeit respektieren und Verhaltensregeln befolgen, wie z. B. auf markierten Wegen zu bleiben oder Haustiere an der Leine zu führen.

Im Wallis gibt es 157 Alpen, die im Sommer von Schafzüchterinnen und -züchtern bewirtschaftet werden. Sie sind nach Nachhaltigkeitskriterien in zwei Kategorien eingeteilt: schützbar und nicht schützbar. Etwas mehr als die Hälfte der Alpen gilt heute als schützbar. 2,78 Millionen Franken werden dieses Jahr erneut in Schutzmassnahmen investiert, wovon 1,13 Million Franken von Kanton übernommen werden, was einem Anstieg von mehr als 200'000 Franken im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zu den wichtigsten Massnahmen gehören das Errichten von Zäunen, die Einrichtung von Nachtpferchen, der Kauf von mobilen Unterkünften sowie die Einstellung von Hilfshirten.

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